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Schistosomiasis (Biharziose) auf Korsika

Im Jahr 2014 wurden erstmals Fälle von Schistosoma haematobium-Infektionen (also Blasenbilharziose) bei Reisenden nachgewiesen, die in den Jahren 2011 und 2013 Korsika besucht hatten. Dies waren die ersten Fälle einer Bilharziose, die in der Europäischen Union erworben wurden.

Die Bilharziose (Schistosomiasis) ist eine Erkrankung, die durch Würmer hervorgerufen wird, und zwar durch sog. Pärchenegel (weil sich typischerweise das längere Weibchen in der Bauchfalte des Männchens aufhält). Es gibt mehrere Schistosomen-Arten (Saugwürmer oder „Egel“), die unterschiedlich verteilt in einigen Regionen Afrikas, Südamerikas, sowie auf der Arabischen Halbinsel und in Südostasien (und jetzt eben auch auf Korsika) in Gewässern mit Verunreinigungen durch Stuhl oder Urin vorkommen. Die Infektion des Menschen erfolgt durch Larven (Zerkarien), die sich in Süßwasserschnecken entwickeln und von diesen ins Wasser abgegeben werden. Diese Hakenlarven können intakte Haut durchdringen und so in den Organismus gelangen. 6-48 Std. nach der Infektion kann es an der Eindringstelle der Larven zu Juckreiz und entzündlichem Hautausschlag (Zerkariendermatitis) kommen. Nach 2-8 Wochen kann es zu einem akuten Krankheitsbild mit Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen, Husten und Anschwellen von Lymphknoten kommen (Katayama-Syndrom). Nach 6 Monaten bis zu mehreren Jahren kann sich eine chronische Verlaufsform entwickeln mit Befall des Darmes, der Leber oder der Harnblase. Bei der Blasenbilharziose (die jetzt auf Korsika gefunden wurde) ist das Auftreten von Blut im Urin ein typischer Befund. Die erwachsenen Würmer produzieren Eier, die mit Urin oder Stuhl ausgeschieden werden und sich im Süßwasser dann wieder zu o.g. Larven weiter entwickeln können.

 Auf Korsika wurde dann festgestellt, dass die erkrankten Reisenden im Cavu-Fluss gebadet hatten. Es wurden daraufhin entsprechende Maßnahmen durchgeführt um die Übertragung der Parasiten auf den Menschen zu verhindern. Diese Maßnahmen waren erfolgreich – das zunächst ausgesprochene Badeverbot im Fluss Cavu wurde am jetzt 4. Juni 2015 wieder aufgehoben. Das European Centre for Disease Prevention and Control schätzt das Risiko jetzt nur noch als minimal ein. Wir würden allerdings sicherheitshalben trotzdem bis auf weiteres davon abraten, im Cavu Fluss auf Korsika zu baden.

European Centre for Disease Prevention and Control. Rapid Risk Assessment. Local transmission of Schistosoma haematobium in Corsica, France. First update, 23 July 2015. 
[Accessed 31 August 2015].

Available at:

http://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/risk-assessment-Schistosoma%20haematobium-Corsica-update_TOR1N6.pdf


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