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Äthiopien

Aktuelles

Äthiopien fordert neuerdings, dass alle Reisenden, die das Land verlassen, über ein gültiges, internationales Impfzertifikat mit einer dokumentierten Poliomyelitis (Kinderlähmung)-Impfung verfügen, wenn sie sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben. Die Impfung darf für diese Bescheinigung gemäß WHO nicht älter als 1 Jahr sein und muss spätestens 4 Wochen vor Ausreise erfolgt sein.

Allgemeine Informationen

Die medizinische Versorgung in Äthiopien ist nicht mit europäischen Standards zu vergleichen. Es treten häufig hygienische und technische Mängel auf. Außerhalb der großen Städte fehlen häufig ausgebildete Fachärzte. Ein ausreichender, vor Ort gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen.

Die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sollten beachtet werden.

Vorkommen von Infektionskrankheiten

Die folgende Aufstellung ist nicht vollständig sondern nennt nur die wichtigsten und häufigsten Infektionen.

Infektionen durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser

Darminfektionen sind häufig, daneben ist auch mit Hepatitis A, seltener mit Hepatitis E, zu rechnen. Weiterhin kann Typhus abdominalis übertragen werden. Cholera kann vorkommen, ist aber im Allgemeinen kein Risiko für Reisende.

Infektionen, die durch Insekten übertragen werden

Es besteht ein hohes Malaria-Risiko im ganzen Land unter 2.200 m Höhe, nur im Omo-Gebiet im Süd-Westen ist das Risiko geringer. Addis Abeba ist malaria-frei.

Mit dem Vorkommen von Gelbfieber ist zu rechnen, besonders in der westlichen Landeshälfte. Ebenfalls kommt Dengue-Fieber vor.

Leishmaniosen (Erkrankungen durch Einzeller, die von Sandmücken übertragen werden) können vorkommen, sowohl die Verlaufsform mit Hautgeschwüren, als auch mit Beteiligung der inneren Organe. 

Schlafkrankheit ist sehr selten, betroffen sind sporadisch die südwestlichen Landesteile – das Risiko für Reisende ist extrem gering.

Andere Infektionen

  • HIV ist weltweit verbreitet und tritt daher auch in Äthiopien auf. Daher sollten die bekannten Risiken wie in anderen Ländern auch gemieden werden.
  • Bei Biss durch Hunde oder andere Säugetiere ist immer an Tollwut zu denken.
  • Die Bilharziose (Schistosomiasis) kommt in Äthiopien vor, nur in Addis Abbeba und dem umliegenden Hochland ist nicht mit Infektionen zu rechnen. Die Darmbilharziose (Erreger: Schistosoma mansoni) kommt besonders vor im Fluss Awash, im Blauen Nil und den Omo-Tälern. Die Blasenbilharziose (Erreger: Schistosoma haematobium) kommt besonders vor im unteren Awash-Tal, entlang des Sebele-Flusses in Ogaden und in diversen Flussläufen in West-Äthiopien.
  • Insbesondere von Mai bis Oktober kann die Meningokokken-Meningitis (also eine Form der Hirnhautentzündung) durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, vorwiegend im Westen und Süden des Landes.

Empfehlungen zu Impfungen

Für die Einreise vorgeschrieben:

Keine Impfungen vorgeschrieben (nur Gelbfieber-Impfung bei Einreise aus Gelbfieber-Gebieten)

Allgemein empfohlene Impfungen:

  • Tetanus
  • Diphtherie
  • Masern
  • Pertussis
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B

Äthiopien gehört zu den von der WHO identifizierten Gelbfieberinfektionsgebieten, eine Impfung für alle Reisenden wird daher empfohlen.

Impfungen aus besonderem Grund:

  • Reisende über 60 Jahre: Grippe, Pneumokokken
  • Bei einfachen Reisebedingungen/ unzureichender medizinischer Versorgung / speziellen beruflichen/sozialen Kontakten: Tollwut, Typhus, Meningokokken

Empfehlungen zur Malariaprophylaxe

Bei Aufenthalten in Gebieten unterhalb von 2000 m Höhe sollte grundsätzlich eine regelmäßige Malariaprophylaxe durchgeführt werden. Hierfür stehen zur Verfügung die Präparate Malarone®, Doxycyclin oder in Ausnahmefällen auch Lariam®. Die Auswahl des geeigneten Medikaments für diese Chemoprophylaxe sollte vor der Ausreise mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden. Bei Aufenthalten nur in Addis Abeba ist keine Prophylaxe erforderlich.


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